Kopfsalat-Trialoge

 

Februar: 23.02.2016 - 19.00-20.30 Uhr

Wenn aus Hänschen der Hans nicht werden will

Während viele Klienten darunter leiden, dass sie sich von ihren Eltern und Angehörigen nicht ernst genommen fühlen, leiden viele Eltern darunter, dass sie ihre “Kinder” nicht loslassen können, da diese unfähig sind, Selbstverantwortung zu übernehmen. - Was wie Hartherzigkeit anmutet, hat oftmal doch seine Berechtigung, denn auch Eltern können nur dann getrost älter werden, wenn sie darauf vertrauen können, dass ihre Kinder ihr Leben gemeistert kriegen. Umso wichtiger ist es, in den Dialog miteinander einzutreten und alte Mauern des Schweigens einzureissen. Wir laden besonders die professionellen Begleiter zum Gespräch, damit Sie “Verständnis-Geburtshelfer” sein können.

 

März: 29.03.2016 - 19.00-20.30 Uhr

Betreuer-Recht

Das Thema “Betreuung” ist trotz eines sehr eindeutigen Betreuungsgesetzes unserer Erfahrung nach immer noch ein sehr heikles Thema. Es geht nicht ohne Betreuung, aber wenn sie installiert ist, ist sie häufig unbefriedigend für alle Beteiligten. Die Betreuten fühlen sich häufig uninformiert und um ihr Persönlichkeitsrecht beraubt, die Betreuer jammern über zu viel Arbeit und zu wenig Anerkennung bzw. Vergütung und Angehörige sorgen sich um den Verlust ihres Verantwortungsbereiches für ihre “Kinder”. Am heutigen Abend vertrauen wir der Gesprächsrunde dieses heikle Thema an, hören die kritischen Töne und suchen gemeinsam nach Kommunikationsformen und Spielregeln, die alle am Betreuungsprozess beteiligten Menschen ein wenig mehr zu Verstandenen und zu “Gewinnern” werden lassen. Besonders Betreuer sind am heutigen Abend gern gesehene Gäste und Gesprächspartner

 

April: 26.04.2016 - 19.00-20.30 Uhr

Krankheitsformen der Psyche

Während viele von psychischer Krankheit betroffene Menschen “Profis” in Sachen psychische Erkrankung geworden sind, verstehen doch meist Angehörige und Kollegen diese Erkrankungen nicht. Sätze wie: “Der stellt sich doch nur an!” oder “Man kann doch wenigstens arbeiten gehen!” sind häufige Vorwürfe, mit denen sich erkrankte Menschen konfrontiert sehen und fühlen sich verletzt. Schnell schläft der Dialog zwischen Patienten und ihren Angehörigen ein, weil eine gegenseitig verständnisvolle Kommunikation nicht mehr möglich ist. Wir werden zu Beginn des Gesprächsabends einige kurze Informationen zu verschiedenen Krankheitsbildern geben, überlassen dann aber den betroffenen Profis das Wort und hoffen auf erste kleine Verständnisbrücken zwischen all jenen, die Verständnis füreinander verloren haben

 

Mai: 24.05.2016 - 19.00-20.30 Uhr

Schmetterlinge im Bauch!

Eins der häufigsten Phänomene in der Zusammenarbeit zwischen Klienten und ihren therapeutischen oder sozialpädagogischen Begleitungen ist eine heimliche Liebe zu dem begleitenden Menschen. Verständnis, Wärme, Verlässlichkeit - all dies bietet einen Nährboden für den Wunsch nach einer anderen Beziehung als der, welche durch die Erkrankung bedingt ist. So häufig das Phänomen auch auftritt - so häufig wird es auch tabuisiert. Wir möchten dieses Tabu brechen und der Liebe und ihren verborgenen Bedürfnissen eine Sprache verleihen, damit sie einerseits Gehör findet, Betreuer und Betreute aber wieder zurück finden können zu einem Miteinander, das auf das ursprünglichen Ziel der Beziehung ausgerichtet ist.

 

Juni: 28.06.2016 - 19.00-20.30 Uhr

Durch Trauer zurück ins Leben

Viele Klienten kennen langjährige therapeutische Gespräche und Begleitungen.  Belastende Kindheitserlebnisse werden aufgearbeitet oder - um der Selbsterhaltung Willen - “auf Eis” gepackt. Was aber ist mit einer aktiven “Betrauerung” der Tatsache , dass bestimmte Sehnsüchte, die man in sich trägt, niemals gestillt werden? Kann man ruhig und in sich fried-voll werden, ohne Trauerarbeit? Dieser Frage wollen wir an diesem Abend nachgehen und uns über Sinn und Unsinn von Trauerarbeit austauschen. Als Gastreferentin eingeplant ist Frau Raili Koivisto von der Trauerberatungsstelle Charon der Hamburger Gesundheitshilfe. 

 

August: 30.08.2016 - 19.00-20.30 Uhr

Give borderline a chance!

Eine der schweren, bzw. schwer aushaltbaren psychischen Erkrankungen ist das Borderline Syndrom. Starke Stimmungsschwankungen, Impulsivität, Identitätskrisen bis hin zu Selbsttötungsgedanken … diese und andere Symptome machen Menschen mit Borderline Syndrom das Leben oft zur Hölle. Aber bedeutet diese Vielfalt von Symptomen das Aus für eine Berufstätigkeit? Wie können Teams damit lernen umzugehen? Wie sehen Leitungskräfte die Anstellungsfähigkeit von Menschen mit Borderline Syndrom? Und was wissen Betroffene von ihren Ressourcen, Stärken und Besonderheiten? Welche Eigenschaften können sie mit einbringen in den Berufsalltag? Worin liegt ein möglicher Gewinn für alle Teammitglieder? Hierüber wollen wir uns am heutigen Abend differenziert austauschen und freuen uns besonders über Gäste, die einerseits von Borderline betroffen sind, als auch über Gäste, die als Arbeitgeber ihr Interesse, ihre Fragen und ggf. ihre Angebote Kund tun.

 

September: 27.09.2016 - 19.00-20.30 Uhr

Pflanzen, Kügelchen, Atemübungen - haben alternative Behandlungsformen eine Chance?

Ob Ärzte und Psychiater es wahr haben wollen oder nicht: in der Begleitung von psychisch erkrankten Menschen macht uns Alltagsbegleitern nicht die psychische Erkrankung der Klienten die größten Probleme, sondern die Abhängigkeit von Psychopharmaka bei mehr als 80% der Klienten. Nicht die Probleme bei der Alltagsbewältigung und -gestaltung stehen im Vordergrund der begleitenden Gespräche, sondern die Notwendigkeit, neue Medikamente zu beschaffen, um den Alltag bewältigen zu können. Dies erfüllt uns Begleiter oftmals mit Wut und Frust zugleich. Doch alternative Behandlungsformen scheinen in der Psychiatrie vollkommen ausgeschlossen und undiskutabel. Und genau deshalb wollen wir darüber sprechen: mit Betroffenen, mit Angehörigen und vor allem mit fachrelevanten Ärzten.

 

Oktober: 25.10.2016 - 19.00-20.30 Uhr

Festhalten oder Loslassen?

In der Welt der Psychatrien und Tageskliniken kennt man das Symtom: den Drehtüreffekt. Patienten gehen, Patienten kommen. Manche sind Dauergäste, andere kommen in schöner Regelmäßigkeit wieder und man fragt sich: Warum wollen die nicht endlich gehen und auch weg bleiben? - Es scheint ein Geheimnis darin zu liegen, dass selbst verhasste Klinikaufenthalte doch etwas in sich bergen, das reizvoll ist und so stark wirkt, dass viele Klienten den Klinikaufenthalt als einzig sichere Lebenssituation erfahren. Ist es das wirklich: das Gefühl in Sicherheit zu sein? Oder die Verlockung, Verantwortung abgeben zu können? Oder räumlicher Abstand von schwierigen Alltagssituationen? Oder dieses wohltuende Gefühl der Zugewandtheit und des Versorgt-werdens? Wir wollen im gemeinsamen Gespräch dem Rätsel auf die Spur kommen und vielleicht herausschälen, dass “gesund werden” auch seine Vorteile in sich birgt.

 

November: 29.11.2016 - 19.00-20.30 Uhr

Alle Jahre wieder!

Nichts ist für viele unsere Klienten so bedrohlich, wie das nahende Weihnachts- und Silvesterfest. Familie, Harmonie, Friede-Freude-Eierkuchen …. oft sehnt man sich so sehr danach und trotzdem liegt in genau diesen Festen ein Fluch, der das Gefühl der Einsamkeit, des Verletztseins und Verlassenseins stärker in sich trägt als in den Wochen davor. Geht es anders? Gibt es einen Weg, die Ängste zu reduzieren? Wie kann man mit den bevorstehenden Festen besser umgehen, Enttäuschungen verhindern, Schmerzen vermeiden? Darüber wollen wir uns mit allen Beteiligten austauschen und neue Wege des Zusammen-findens und Feierns in die Waagschale werfen.